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Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon (Androgen), das in den Hoden, aber auch in kleinen Mengen in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde gebildet wird. Es ist für die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale und die Regulation von Libido, Muskelmasse und Knochendichte verantwortlich. Der Laborwert misst die Konzentration von Gesamt Testosteron im Blut.
Ein Testosteron-Test wird empfohlen für: Männer mit Symptomen wie vermindertem Sexualtrieb, Erektionsstörungen oder Muskelschwäche Frauen mit Anzeichen eines Androgenüberschusses (z. B. vermehrte Körperbehaarung, Akne, Haarausfall) Jugendliche mit verzögerter oder verfrühter Pubertät Personen mit Verdacht auf hormonelle Erkrankungen wie Hypogonadismus oder PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom)
Der Test dient der Diagnose von hormonellen Störungen, wie einem Testosteronmangel bei Männern oder einem Androgenüberschuss bei Frauen. Er hilft auch bei der Überwachung von Hormontherapien oder bei der Diagnostik von Tumoren der Geschlechtsorgane und Nebennieren.
Ein niedriger Testosteronwert bei Männern kann zu folgenden Symptomen führen: Verminderter Sexualtrieb Errektionsstörungen Verlust von Muskelmasse und Knochendichte Ein erhöhter Testosteronwert bei Frauen kann auf Erkrankungen wie PCOS oder Nebennierentumoren hinweisen und zu Symptomen wie Akne, Hirsutismus (vermehrte Körperbehaarung) und Zyklusstörungen führen. Ebenfalls kann ein erhöhter Testosteronspiegel auch bei Substitution auftreten.
Die Testung sollte bei Männern am Morgen erfolgen, da die Testosteronspiegel im Tagesverlauf schwanken und morgens am höchsten sind. Bei Frauen kann die Testung unabhängig vom Zyklus erfolgen, bei spezifischen Fragestellungen jedoch besser in der Follikelphase (Zyklusanfang).
Testosteronwerte sind altersabhängig und nehmen bei Männern mit steigendem Alter ab. Bestimmte Lebensstileinflüsse, wie Übergewicht oder chronischer Stress, können die Testosteronspiegel negativ beeinflussen.
Östradiol ist das wichtigste Östrogenhormon bei Frauen im gebärfähigen Alter. Es wird in den Eierstöcken, der Nebennierenrinde und während der Schwangerschaft in der Plazenta produziert. Der Laborwert misst die Östradiolkonzentration im Blut und gibt Auskunft über die Hormonfunktion und den Menstruationszyklus.
Ein Östradiol-Test wird empfohlen für: Frauen mit Menstruationsstörungen oder Verdacht auf vorzeitige Menopause Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch Überwachung des Hormonstatus bei einer künstlichen Befruchtung Männer mit Symptomen wie Brustwachstum (Gynäkomastie) oder Libidoverlust Jugendliche mit verzögerter oder vorzeitiger Pubertät
Der Test wird zur Beurteilung des Menstruationszyklus, zur Überwachung von Ovulationsinduktionen oder zur Diagnose hormoneller Störungen bei Frauen und Männern eingesetzt. Er hilft auch, die Ursache von Unfruchtbarkeit oder Zyklusproblemen zu klären.
Ein niedriger Östradiolwert bei Frauen kann auf eine Ovarialinsuffizienz oder Menopause hindeuten. Symptome können sein: Hitzewallungen und Schlafstörungen Trockenheit der Schleimhäute Ein erhöhter Estradiolwert kann durch hormonelle Stimulation, Tumoren oder Schwangerschaft verursacht werden. Bei Männern kann ein erhöhter Wert auf Hormonstörungen oder Tumoren hindeuten.
Die Testung sollte bei Frauen während eines spezifischen Zyklustages erfolgen, typischerweise in der Follikelphase (Zyklusbeginn, Zyklustag 2-5) oder während der Ovulation, abhängig von der klinischen Fragestellung.
Männer und Frauen mit Lebererkrankungen können erhöhte Östradiolwerte haben, da der Abbau des Hormons beeinträchtigt ist. Östradiol wird oft zusammen mit anderen Hormonen wie FSH und LH getestet, um ein vollständiges Bild des Hormonstatus zu erhalten.
LH ist ein Hormon der Hypophyse, das bei Frauen den Eisprung auslöst und bei Männern die Produktion von Testosteron in den Hoden stimuliert. Der Laborwert misst die Konzentration von LH im Blut.
Ein LH-Test wird empfohlen für: • Frauen mit unregelmäßigem Zyklus oder Schwierigkeiten, schwanger zu werden • Frauen mit Verdacht auf polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) • Männer mit verminderter Libido oder Unfruchtbarkeit • Jugendliche mit verzögerter oder verfrühter Pubertät • Überwachung von Ovulationsinduktion bei Kinderwunschbehandlung
Der Test dient der Diagnose von Fruchtbarkeitsstörungen, der Abklärung von hormonellen Dysbalancen und der Beurteilung der Funktion der Hypophyse und Gonaden. Bei Frauen wird er zur Bestimmung des Eisprungs verwendet.
Ein hoher LH-Wert bei Frauen kann auf PCOS, Menopause oder Ovarialinsuffizienz hinweisen. Ein niedriger LH-Wert deutet auf eine Hypophysenunterfunktion oder hormonelle Störungen hin. Bei Männern kann ein hoher Wert auf eine primäre Hodeninsuffizienz und ein niedriger Wert auf eine Hypophysenstörung hindeuten.
Die Testung erfolgt bei Frauen idealerweise in der frühen Follikelphase (Zyklusbeginn) oder zur Bestimmung des Eisprungs in der Mitte des Zyklus. Bei Männern oder postmenopausalen Frauen ist der Zeitpunkt frei wählbar. (Tag 3–5 → Beurteilung der Eierstockreserve. Tag 10–14 → Eisprungbestimmung (LH-Peak vor Ovulation). Jederzeit → Diagnose von hormonellen Störungen oder Wechseljahren.)
• LH zeigt bei Frauen während des Menstruationszyklus starke Schwankungen, insbesondere beim Eisprung. • Die Werte sollten im Verhältnis zu FSH betrachtet werden; ein hohes LH/FSHVerhältnis deutet oft auf PCOS hin. • Medikamente zur Fruchtbarkeitsbehandlung können die LH-Werte beeinflussen.
FSH ist ein Hormon, das von der Hypophyse produziert wird und eine Schlüsselrolle bei der Regulation des Menstruationszyklus bei Frauen sowie der Spermienproduktion bei Männern spielt. Der Laborwert misst die Konzentration von FSH im Blut.
Ein FSH-Test wird empfohlen für: • Frauen mit unregelmäßigem Menstruationszyklus oder ausbleibender Menstruation • Frauen mit Verdacht auf Menopause oder vorzeitige Ovarialinsuffizienz • Männer mit Verdacht auf Hodenfunktionsstörungen (z. B. Infertilität oder niedriger Testosteronspiegel) • Jugendliche mit verzögerter oder vorzeitiger Pubertätsentwicklung • Patienten mit Verdacht auf Hypophysenerkrankungen
Der Test dient der Diagnose von Fruchtbarkeitsstörungen, der Abklärung von Menstruationsstörungen sowie der Beurteilung der Funktion der Hypophyse und Gonaden (Eierstöcke oder Hoden). Er wird auch zur Überwachung von Hormontherapien verwendet.
Ein erhöhter FSH-Wert bei Frauen weist auf eine verminderte Funktion der Eierstöcke hin, wie bei: • Menopause • Vorzeitiger Ovarialinsuffizienz • Eierstockzysten oder -schäden Ein niedriger FSH-Wert kann auf eine Hypophysenunterfunktion oder hormonelle Ungleichgewichte hinweisen. Bei Männern deutet ein hoher Wert oft auf eine eingeschränkte Hodenfunktion hin, ein niedriger Wert auf Hypophysenprobleme.
Die Testung erfolgt bei Frauen idealerweise in den ersten Tagen des Menstruationszyklus (Zyklusbeginn, Zyklustag 3-5). Bei Männern oder postmenopausalen Frauen kann der Test zu jedem Zeitpunkt durchgeführt werden.
• FSH wird häufig zusammen mit LH (Luteinisierendes Hormon) gemessen, um ein vollständiges Bild des hormonellen Gleichgewichts zu erhalten. • Stress, Gewichtsschwankungen und bestimmte Medikamente können die FSHWerte beeinflussen. • Extrem niedrige oder hohe FSH-Werte können auf Hypophysen- oder Gonadenerkrankungen hinweisen.
Prolaktin ist ein Hormon der Hypophyse, das die Milchproduktion in den Brustdrüsen nach der Geburt stimuliert. Der Laborwert misst die Prolaktinkonzentration im Blut, die auch bei nicht schwangeren Personen oder Männern Aufschluss über hormonelle Dysbalancen geben kann.
Ein Prolaktin-Test wird empfohlen für: • Frauen mit unregelmäßigen Menstruationszyklen oder Ausbleiben der Menstruation • Frauen mit unerklärter Milchproduktion außerhalb der Schwangerschaft oder Stillzeit (Galaktorrhoe) • Männer mit Libidoverlust, Unfruchtbarkeit oder Brustvergrößerung (Gynäkomastie) • Patienten mit Symptomen, die auf einen Hypophysentumor hinweisen könnten (z. B. Sehstörungen, Kopfschmerzen)
Der Test dient der Diagnose von Hyperprolaktinämie, die durch Hypophysentumoren, Stress oder Medikamente ausgelöst werden kann. Er hilft auch, die Ursache von Fruchtbarkeitsproblemen oder Zyklusstörungen zu identifizieren.
Ein hoher Prolaktinwert kann auf folgende Zustände hinweisen: • Prolaktinom (Hypophysentumor) • Stress, Hypothyreose oder Medikamente (z. B. Antidepressiva, Antipsychotika) • Milchproduktion außerhalb der Stillzeit (Galaktorrhoe) Ein niedriger Wert hat meist keine klinische Bedeutung.
Der Test sollte morgens und nüchtern durchgeführt werden, da Prolaktinwerte im Tagesverlauf schwanken und durch Stress oder körperliche Aktivität beeinflusst werden können.
• Prolaktin ist stressabhängig; schon geringfügiger Stress vor der Blutabnahme kann die Werte erhöhen. • Ein erhöhter Prolaktinwert allein erfordert weitere Diagnostik (z. B. MRT der Hypophyse), um die Ursache zu klären. • Schilddrüsenunterfunktion kann Hyperprolaktinämie verursachen und sollte ausgeschlossen werden.
SHBG ist ein Protein, das Sexualhormone wie Testosteron und Estradiol im Blut bindet. Der Laborwert misst die Konzentration von SHBG im Blut, die den freien Anteil dieser Hormone beeinflusst.
Ein SHBG-Test wird empfohlen für: • Männer mit Symptomen eines niedrigen Testosteronspiegels (z. B. Libidoverlust, Muskelschwäche) • Frauen mit Verdacht auf Androgenüberschuss (z. B. Akne, Hirsutismus, PCOS) • Patienten mit Lebererkrankungen, da die Leber SHBG produziert • Menschen mit Schilddrüsenstörungen, die SHBG beeinflussen können
Der Test dient der Abklärung von hormonellen Störungen und wird häufig zusammen mit Testosteron oder Estradiol gemessen, um den freien Hormonspiegel zu berechnen. Er hilft, die Ursache von Symptomen wie Unfruchtbarkeit oder Androgenüberschuss zu klären.
Ein hoher SHBG-Wert kann zu einem niedrigeren freien Testosteronspiegel führen und wird oft bei: • Lebererkrankungen • Hyperthyreose • Einnahme von Östrogenen (z. B. in der Antibabypille) beobachtet. Ein niedriger Wert deutet auf erhöhten freien Testosteronspiegel hin, wie bei PCOS, Adipositas oder Insulinresistenz.
Die Testung kann zu jeder Tageszeit erfolgen und ist unabhängig von der Nahrungsaufnahme
• SHBG wird oft genutzt, um den freien Androgen-Index (FAI) zu berechnen, der das Verhältnis von Testosteron zu SHBG angibt. • Veränderungen in der Leberfunktion, Schilddrüsenfunktion und Insulinresistenz beeinflussen die SHBG-Werte stark. • Der Test ist besonders hilfreich, um Androgenstörungen bei Frauen zu diagnostizieren.